Wechsel der Starterbatterie am W246 (B180, Bj. 2011)

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herein
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Wechsel der Starterbatterie am W246 (B180, Bj. 2011)

Ungelesener Beitrag von herein » Sonntag 5. November 2017, 20:09

Mein Schwiegervater fährt seit 09/2011 eine B-Klasse W246, B180.

Nun war im Januar 2017 das erste mal der Fall dass er nicht ansprang. Der Grund war schnell gefunden eine schwächliche Starterbatterie. Er fährt meist nur Kurzstrecke und dann wird eben auch in der kalten Jahreszeit die Bequemlichkeit der Sitzheizung benützt. Sowas bleibt nicht ohne Folgen für die Batterie
Mittels meinem CTEK Batterieladegerät konnte ich die Batterie wieder zum Leben erwecken.

Wichtig bei diesen modernen Autos mit Start/Stop es sind sogenannte AGM Batterien verbaut. Diese sollten auch mit einem dafür geeigneten Ladegerät geladen werden.
http://www.ctek.com/de/products/fahrzeug/mxs-5-0

„eine AGM-Option zur Maximierung der Lebensdauer der meisten Start/Stopp-Batterien sowie einen speziellen Recond-Modus zur Rekonditionierung tiefentladener Batterien. Beim MXS 5.0 kommt das von CTEK patentierte Float/Pulse-System zum Einsatz. Dies ist der effizienteste Erhaltungslademodus, wenn eine Batterie für längere Zeit am Ladegerät angeschlossen bleibt.“


Die Batterien sind wegen dieser Leistungsoption nicht gerade die günstigsten, im freien Handel bekommt man passende Markenbatterien für um die 150€.
Die Originalbatterie hatte 70AH und 700A, die neue eine Varta hat 80Ah und 800A.

Der Wechsel ist mit etwas Geschick und umsicht selbst durchzuführen. Steht mann vor dem Motorraum befindet sich die Batterie in einem langen schwarzen Kasten oben am Wasserablaufkasten.

Als Werkzeug empfiehlt sich:
• eine große Rätsche mit Verlängerung und 13er Nuss (für die Schraube der Befestigungsschiene der
Batterie, links unten mittig. Sowie der Massekabel Schraube rechts am Kotflügel
• eine kleine Rätsche mit 10er Nuss für die Schrauben an den Polklemmen
• ein Schraubendreher flach mittlerer Größe
• zwei Lappen um die Batterieklemmen zu schützen

Zuerst versuchen die schwarze Umrandung/Verkleidung um die Batterie zu lösen. Diese ist irgendwie nur zusammen geclipst und gesteckt. Den Schraubendreher links in die Klammerverbindung stecken und etwas auseinanderdrücken, mit Gefummel löst sich das.
Bei mir konnte ich die Verkleidung wegen heftiger Gegenwehr nicht vollständig lösen.
Ist nicht weiter tragisch geht auch so. Das Plastikzeug bricht auch schnell.

Die Batterie ist mittig auf der linken Seite, unterhalb der schwarzen Umrandung mittels einem Befestigungsblech und 13er Sechskantschraube gesichert. Diese lösen, Schraube und Befestigungsblech entnehmen.
Dann zuerst die Batterieklemme am Minuspol lösen und abnehmen.
Diese habe ich mit einem Lappen umwickelt so dass kein versehentlicher Kontakt zustande kommt.
Vorsicht damit angeschlossenen Kabel nicht abknicken.

Dann das Massekabel aus der Kabelführung lösen, die 13er Schraube am rechten Kotflügel habe ich noch gelöst um das Massekabel flexibler ablegen zu können.

Dann die Batterieklemme am Pluspol lösen.
Achtung!! Die Spannungseinbruchsicherung am Pluspol nicht beschädigen!
Das ganze Gebilde abnehmen und soweit es geht zur Seite legen.

Den Entlüftungsschlauch abnehmen.

Dann habe ich die Batterie etwas nach hinten geschoben, vorne eine Hand drunter und hochgehoben. Dann so aus dem Fahrzeug geholt. Perfekt ist ein Helfer der die Kabel dabei zur Seite hält.

Neue Batterie auch so wieder rein und in umgekehrter Reihenfolge montieren.
Zuerst Pluspol und dann Massekabel, dann Minuspol anklemmen.
Dann der Test. Motor springt an.

Evtl. müssen die elektr. Fensterheber, die anklappbaren Spiegel neu angelernt werden.
Die Fensterheber hoch runterfahren dann wenn diese oben sind noch ca. 3 Sekunden den Schalter nach oben gezogen lassen. So hatte ich irgendwo mal gelesen.
Das war aber in meinem Fall nicht nötig, hat alles funktioniert.
Einzig Uhrzeit und Datum einstellen war nötig.

Es ist kein Powerpackage oder sonstige Technik zur Spannungsüberbrückung nötig.

Mein Nachbar kam während der Schrauberei vorbei und hatte hatte einen schlauen Kommentar dazugegeben. „Hat der Start/Stop? Dann musst Du nachher in die Werkstatt um das am Diagnosegerät freischalten zu lassen sonst geht nichts mehr.“
Ich wusste das Besser!
„Nicht bei Mercedes zumindest nicht bei dem W246“

Was soll ich lange schreiben, kleine Probefahrt, angehalten Start/Stop hat ohne Probleme funktioniert!
Ob das bei allen, auch den neuen Modellen so zutrifft kann ich nicht sagen, ich schreibe hier nur für den W246, B-Klasse von Mercedes.

Der Nachbar hat mir dann sein Erlebnis mit einer defekten Batterie an sinem VW Passat geschildert. Bereits nach drei Jahren war diese defekt. Werkstattkosten um die 400€!!!
Die Batterie muss bei VAG aus dem Bordsystem mittels Seriennummer ausgebucht, die neue eingebucht werden.
Anscheinend gibt es VAG gibt es auch keine Stütz- oder Backupbatterie wie beim W246 im Beifahrerfußraum. Sparmassnahmen.....

Ein bekannter Kfz-Meister hat dasselbe beim Batteriewechsel an einem BMW X1 erlebt.
Kein Batteriewechsel ohne Werkstatt und Diagnosegerät!
Sowas nenne ich vorsichtig umschrieben „Einnahmensicherung“

Ich habe schon einige male bei Mercedes bemerkt:
„Die Denken ebbes mehr beim Gschäft!“

In diesem Sinn:
„Gut schraub und am Ende der Schrauberei nichts übrighaben!“
Neue W246 Batterie++.jpg
OriginalMB_W246 Batterie.jpg
Herzlichen Gruß Reinhard
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Lösungen haben wir genug, sie passen nur nicht zum Problem.
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Re: Wechsel der Starterbatterie am W246 (B180, Bj. 2011)

Ungelesener Beitrag von magejo » Sonntag 5. November 2017, 21:03

Schöne Info.

CTEK habe ich auch. Vielleicht sollte man bei den Kurzstrecken überlegen, ob man die Batterie ab und an manuell aufläd. Dazu kann man eine "Dose" für das Ladegerät von CTEK an die Stoßstange führen, um das Auto schneller und einfacher aufladen zu können.

Ich hab im W245 nie das Problem einer schwachen Batterie erlebt, im W168 habe ich zuletzt eine Batterie kaufen müssen - das ist aber schon Jahre her. Im Winter habe ich übrigens auch die Eigenart, bei Kurzstrecken keine Sitzheizung anzumachen, weil es eben auf die Batterie geht :-)

Aktuell fahre ich ja einen A 220 d 4MATIC (Modellpflege)- den hab ich aber erst 8 Wochen... da ist noch alles gut ;)
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Re: Wechsel der Starterbatterie am W246 (B180, Bj. 2011)

Ungelesener Beitrag von herein » Sonntag 5. November 2017, 21:21

Ich habe an allen Fahrzeugen die ich betreue die CTEK-Schnellkontaktkabel im Fußraum oder im Motorraum montiert.

Der W246 mit der neuen Batterie braucht das jetzt noch nicht. Wird im nächsten Herbst montiert.

In meinem W245 habe ich nach 8 Jahren ohne Probleme die Batterie gewechselt.
Ich wollte nicht eines morgens da stehen und nix geht mehr.

Beim W168 habe ich die erste Batterie nach 10 Jahren ohne Probleme gewechselt.
Die zweite hielt dann nur 5 Jahre, mittlerweile ist die dritte drin.
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